FP Extra 2021

Ringvorlesung „Theater und die Krise der Demokratie“

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Krise der Demokratie westlicher Prägung, auf die vielerorts die Rückkehr zu autoritären Herrschaftsformen und Strukturen antwortet, lädt die Ringvorlesung Künstler/-innen und Wissenschaftler/-innen aus dem Umkreis des Theaters und der Performance sowie der mit ihnen beschäftigten Wissenschaften dazu ein, sich über das Verhältnis von Theater und Demokratie Gedanken zu machen. Dabei sollen einerseits die gegenwärtigen Probleme und Krisen der klassischen Vorstellungen von Demokratie reflektiert werden: Die nur global zu lösenden Probleme Migration, Erderwärmung und ökonomische Monopolisierung, die mit der Globalisierung verbundene Entwertung der alten Akteure und Institutionen, etwa der Nation und ihres Parlaments, die Erkenntnis der Mitverantwortung des Westens und seiner Wirtschaftsordnung an einer großen Zahl der gegenwärtigen Probleme. Andererseits soll aber auch gefragt werden, welcher Mensch oder welches Subjekt auf die so beschriebenen Herausforderungen wird antworten können? In welcher Weise reagieren neue Formen des Theaters, der Choreographie, der Gattungen und Spielarten überschreitenden Darstellungsformen auf die an vielen Orten formulierte gegenwärtige Krise der Demokratie? Wie geht sie in ihre Formen, wie in ihre Organisationsweisen, wie in ihre Inhalte ein?

Die Ringvorlesung lädt zu diesen Themen Künstler/-innen des Festivals Frankfurter Positionen 2021, dessen Thema Auslaufmodell I_ _ _ _ _ _ _ die Veranstaltung aufgreift, sowie Wissenschaftler/-innen aus den sich mit Theater beschäftigenden Bereichen zu Beiträgen ein. Die Vorlesungen werden, soweit die Corona-Beschränkungen es zulassen, vor einem kleinen Publikum gehalten und zugleich für ein größeres Publikum als Live-Stream übertragen.

Referenten/-innen:

12. November
Carsten Nicolai (Künstler und Musiker, Berlin)

19. November
Ulrike Haß (Universität Bochum/Berlin)

26. November
Gernot Grünewald (Autor, Regisseur)

3. Dezember
Fiston Mwanza Mujila (Autor, Graz)

10. Dezember
Rebecca Schneider (Brown University, Providence)

17. Dezember
Pat To Yan (Autor, Hongkong)

14. Januar
Nature Theatre of Oklahoma (Performance-Duo, New York)

21. Januar
Christine Abbt (Universität Graz)

26. Januar
Geumhyung Joeng (Choreografin, Tänzerin und Performerin, Seoul)

4. Februar
Bettine Menke (Universität Erfurt)

8. Februar
Gerado Naumann (Autor und Performer, Buenos Aires) und Studierende

11. Februar
Marc Siegel (Universität Mainz)

18. Februar
Juliane Vogel (Universität Konstanz)

Ort: Künstlerhaus Mousonturm, Waldschmidtstr. 4, sowie Live-Stream

12. November 2020 – 18. Februar 2021, jeweils 18:30 – 20:00 Uhr

Veranstalter: Theaterwissenschaft der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Künstlerhaus Mousonturm, dem Festival „Frankfurter Positionen“, der BHF BANK Stiftung, der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege und der Hessischen Theaterakademie.

Koordination: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll, Julia Schade